Brand Storyteller

Ich bin beides – Texter und Brand Storyteller. Je nachdem mit wem ich arbeite.

Für große Unternehmen bin ich der Texter: Ich schreibe Blogartikel, Social-Media-Posts, Newsletter-Texte. Klare Aufgabe, klares Ergebnis. Für inhabergeführte Betriebe – Weingüter, Hotels, Manufakturen – bin ich Brand Storyteller: Ich suche zuerst die Geschichte, bevor ich auch nur einen einzigen Satz schreibe.

Das klingt nach einem feinen Unterschied. Es ist aber ein grundlegender.

Was ein Texter macht

Ein Texter bekommt eine Aufgabe: Schreib eine Produktbeschreibung. Schreib einen Newsletter. Schreib eine Landingpage. Das Ziel ist klar definiert – meistens eine Handlung beim Leser auslösen. Klick, Kauf, Anmeldung.

Guter Texter-Text funktioniert. Er ist klar, er ist präzise, er bewegt Menschen zu einer Aktion. Das ist ein Handwerk, das man lernen kann und das seinen Wert hat.

Der Texter arbeitet mit dem, was da ist. Er bekommt ein Briefing, ein Produkt, eine Zielgruppe – und schreibt.

Was ein Brand Storyteller macht

Ein Brand Storyteller beginnt einen Schritt früher. Bevor die erste Zeile geschrieben wird, stellt er Fragen.

Warum macht ihr das, was ihr macht? Was wäre verloren, wenn es euch nicht gäbe? Was unterscheidet euch wirklich – nicht auf dem Papier, sondern im echten Leben?

Diese Fragen klingen einfach. Sie sind es nicht. Die meisten Unternehmen haben noch nie laut darüber nachgedacht. Weil sie keine Antworten hätten? Nein, weil sie zu nah dran sind. Man sieht den eigenen roten Faden nicht mehr, wenn man täglich daran zieht.

Ein Brand Storyteller findet diesen Faden. Und macht ihn sichtbar.

Ein konkretes Beispiel

Stell dir vor, du betreibst ein Weingut. Du hast eine außergewöhnliche Lage, eine lange Familiengeschichte, eine klare Haltung was Weinbau bedeutet.

Ein Texter schreibt dir: „Unser Weingut liegt im Herzen des Weinviertels. Seit drei Generationen widmen wir uns dem handwerklichen Weinbau mit Leidenschaft und Tradition.“

Das stimmt. Aber es könnte von jedem anderen Weingut sein.

Ein Brand Storyteller fragt zuerst: Was ist die eine Geschichte, die nur auf euch zutrifft? Warum habt ihr angefangen? Was ist euer Bekenntnis? Und dann entsteht vielleicht ein Satz wie: „Wir machen Besucher zu Bekannten.“ oder „Wir machen dir keine Szene, wir setzen dich in Szene.“

Diese Sätze sind nicht erfunden. Sie wurden freigelegt.

Wann brauche ich welchen Gregor?

Das hängt davon ab, wo du stehst.Wenn du weißt, wofür du stehst und du brauchst jemanden der das in Texte gießt – dann brauchst du einen Texter.

Wenn du das Gefühl hast, dass deine Kommunikation irgendwie nicht stimmt, dass du klingst wie alle anderen, dass du dich nicht wiedererkennst in deinen eigenen Texten – dann brauchst du zuerst einen Brand Storyteller.

Und manchmal brauchst du beides. In dieser Reihenfolge.

Was ich daraus gemacht habe

Ich habe begonnen als Texter. Irgendwann habe ich gemerkt: Die besten Texte entstehen nicht am Schreibtisch. Sie entstehen im Gespräch. Wenn jemand erzählt, warum er das macht, was er macht. Wenn ein Satz fällt, den er selbst noch nie so gesagt hat – aber sofort als seinen erkennt.

Heute nenne ich mich Brand Storyteller. Nicht weil ich nicht mehr texte. Aber ich suche immer zuerst die Geschichte.

Der Text kommt dann fast von selbst.

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